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<title>Charles Pathé</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Charles Pathé</span></h1>
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<p><b> Charles Morand Pathé </b> (* <a href="26._Dezember" title="26. Dezember">26. Dezember</a> <a href="1863" title="1863">1863</a> in <a href="Chevry-Cossigny" title="Chevry-Cossigny">Chevry-Cossigny</a>; † <a href="25._Dezember" title="25. Dezember">25. Dezember</a> <a href="1957" title="1957">1957</a> in <a href="Monte_Carlo" class="mw-redirect" title="Monte Carlo">Monte Carlo</a>) war ein französischer Unternehmer und ein Pionier der Filmindustrie. Darüber hinaus hat er sich auch um die Verbreitung des <a href="Phonograph" title="Phonograph">Phonographen</a> in seinem Land verdient gemacht.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Familie">Familie</h3></div>
<p>Der dritte Sohn eines Metzgereibesitzers wurde in einem Marktflecken im <a href="D%C3%A9partement_Seine-et-Marne" title="Département Seine-et-Marne">Département Seine-et-Marne</a> geboren. Seine Eltern waren Jacques und Émilie Pathé. Charles hatte drei Brüder und zwei Schwestern. Im Jahr 1865 zog die Familie nach <a href="Vincennes" title="Vincennes">Vincennes</a> um. Der Junge ging bei seinem Vater in die Lehre. Nach einem längeren Militärdienst versuchte Charles Pathé mit 26 Jahren sein Glück in Argentinien, kehrte jedoch zwei Jahre später nach <a href="Paris" title="Paris">Paris</a> zurück. Im Oktober 1893 heiratete er. Seinen Broterwerb verdiente er zu jener Zeit bei einem Anwalt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Anfänge_der_Karriere"><span id="Anf.C3.A4nge_der_Karriere"></span>Anfänge der Karriere</h3></div>
<p>Auf einem Jahrmarkt in Vincennes sah er einen Phonographen von <a href="Thomas_Alva_Edison" title="Thomas Alva Edison">Thomas Alva Edison</a>, der bei den Besuchern eine Sensation war. Er borgte sich etwas Geld, erwarb eines dieser Wunderexemplare und zog mit seiner Frau auf den Jahrmarkt <i>Foire de la Monthéty, la fête foraine</i> in <a href="L%C3%A9signy_(Seine-et-Marne)" title="Lésigny (Seine-et-Marne)">Lésigny</a> östlich von Paris. Bei 20 Centimes Eintritt hatte er am Tagesende des 9. September 1894 200 Francs Einnahmen in der Tasche. Doch Pathé erkannte, dass es vorteilhafter sein könnte, die Geräte weiterzuverkaufen statt selbst vorzuführen. Er fuhr nach <a href="London" title="London">London</a> und erstand drei weitere Phonographen, die er erfolgreich weiterverkaufte. Seine kluge Investition brachte ihm Geld ein und motivierte ihn.
</p><p>Im Jahr 1894 gründete er zusammen mit seinem Bruder Émile die Firma <a href="Path%C3%A9_Records" title="Pathé Records">Pathé Records</a>. Zunächst wollte Charles Pathé unternehmerisch den von Thomas Edison erfundenen Phonographen in Frankreich an die Käufer vertreiben, doch kümmerte sich darum bald nur noch sein Bruder. Inzwischen war nämlich eine weitere Neuheit aufgetaucht, Edisons <a href="Kinetoskop" title="Kinetoskop">Kinetoskop</a>. Charles fuhr erneut nach London, kaufte nachgebaute Geräte und brachte sie wiederum auf Rummelplätzen an den Mann. Er verwandte sein ganzes Interesse jetzt auf die ihm vielversprechend erscheinende <a href="Filmkunst" class="mw-redirect" title="Filmkunst">Kinematografie</a> und weitete den Handel über Phonographen hinaus auf <a href="Projektor" title="Projektor">Projektoren</a> und Filme aus. Nach einer USA-Reise hatte er sich den Vertrieb des Kinetoskopen und einiger Filme Edisons exklusiv für Frankreich vertraglich gesichert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schallplatten-_und_Filmproduktion">Schallplatten- und Filmproduktion</h3></div>
<p>Am 28. September 1896 schufen die Brüder in einem Büro in Paris die <i><a href="Path%C3%A9" title="Pathé">Société Pathé Frères</a></i>, um in das Filmgeschäft als Produzenten und Vertreiber einzusteigen. Der Erfolg ließ ihn nach neuen Geldgebern Ausschau halten. Am 28. Dezember 1897 erweiterten die Brüder dank finanzieller Unterstützung durch den kapitalkräftigen Claude Grivolas ihre bisherige Gesellschaft „Etablissements Pathé Frères“ zum Unternehmen „Compagnie Générale de Cinématographes, Phonographes et Pellicules“. Die beiden Direktoren, Émile für den Bereich Plattenspieler, Charles für die Kinematografen, brachten das Unternehmen zum Florieren und machten weltweit Umsatz. Die kleine, 1896 geschaffene Produktionsstätte in Vincennes war ausgelastet, schon 1898 wurde eine weitere Fabrik zur Zylinderfertigung für Phonographen in <a href="Chatou" title="Chatou">Chatou</a> bei Paris errichtet. In den ersten Jahren bestimmten Phonografen den Erfolg des Unternehmens. Im August 1900 verschmolz die Firma durch Aufnahme von Konkurrenten zur „Compagnie Générale de Phonographes, Cinématographes et Appareils de Précision“. Von nun an konnte Charles Pathé alle Möglichkeiten seines Metiers unternehmerisch nutzen.
</p><p>Diese Produktionsgesellschaft hatte ausreichendes Kapital und Erträge, um in alle Stufen des Filmgeschäfts vorzudringen: in die Produktion der Filme, der Kameras und Projektoren, die technisch-laboratorische Herstellung, den Vertrieb der Kopien und ihre Lagerung, den Aufbau von Filmtheatern. Ihr gelang es, das Monopol von <a href="George_Eastman" title="George Eastman">George Eastman</a> bei der Rohfilmherstellung von Negativ- und Positivkopien aufzubrechen.
</p><p>In den 1890er Jahren ging Pathé daran, die Schwarzweißfilme zu kolorieren, ein Heer von Mitarbeitern war damit befasst. Auf die in der Summe viele Kilometer langen Filmstreifen wurde von Hand und mit Schablonen Farbe aufgetragen. Die Streifen fanden beim Publikum lebhaften Anklang. Die <a href="Br%C3%BCder_Lumi%C3%A8re" title="Brüder Lumière">Brüder Lumière</a> verkauften Charles Pathé 1897 alle Rechte und Patente zu ihrer Filmtechnik.
</p><p>Von 1902 bis 1904 wurden von Charles Pathé, der treibenden Kraft im Unternehmen, neue Studios und Filmfabriken errichtet sowie Firmenniederlassungen in ganz Europa und in den Vereinigten Staaten aufgemacht. Die Filmproduktion stieg von 70 Stück im Jahre 1901 über 500 Stück im Jahr 1903 bis zu knapp 800 Streifen im Jahre 1912. Die Gesellschaft erhielt im Jahr 1905 das Logo des <a href="Gallischer_Hahn" class="mw-redirect" title="Gallischer Hahn">gallischen Hahns</a>, ein heute noch bekanntes <a href="Marke_(Recht)" title="Marke (Recht)">Markenzeichen</a>.
</p><p>Charles Pathé initiierte ferner die erste französische Zeitschrift, die über Filmaktualitäten berichtete, er hatte zudem begriffen, dass das <a href="Mobiliarmiete" title="Mobiliarmiete">Vermieten</a> der Filme auf die Dauer von höchstens vier Monaten eine lohnendere Erwerbstätigkeit versprach als der Verkauf der fertigen Streifen, ab 1907 praktizierte er damit diese in den USA und Großbritannien bereits übliche Geschäftsmethode.
</p><p>Ab 1901 ging Charles Pathé eine Verbindung mit dem davor als Wanderschauspieler tätigen <a href="Ferdinand_Zecca" title="Ferdinand Zecca">Ferdinand Zecca</a> ein, einem kreativen Kopf, der als beauftragter Regisseur den Pathé-Filmen mit einer eigenen Linie einen <a href="Wiedererkennungswert" class="mw-redirect" title="Wiedererkennungswert">Wiedererkennungswert</a> verschaffte und in seiner Themenauswahl den breiten Publikumsgeschmack traf. Ab 1905 verfügte die Firma über erfahrene Spezialisten wie Drehbuchautoren, Filmausstatter, Kameraleute oder Regisseure und leistete sich mehrere Filmstudios. Statt der Präsentation auf Jahrmärkten setzte sich allmählich die Filmvorführung in Gebäuden durch und das <i>Omnia-Pathé</i> war die erste, am 15. Dezember 1906 eröffnete, Kinohalle in Paris.
</p><p>Ab 1909 wurde die regelmäßige Filmwochenschau „Pathé-Journal“ produziert und wenige Monate später eine US- und eine englische Ausgabe geschaffen.
</p><p>Im Jahr 1911 zog Charles Pathé in ein eigens errichtetes Wohnhaus in Vincennes ein, vermutlich auch, um besser die Geschicke der dort im Jahr 1906 errichteten großen Fabrik zur Filmherstellung steuern zu können.
</p><p>1912 wurde mit der Pathé KOK ein Filmstreifen im 28-mm-Format aufgrund einer 1909 geäußerten Idee Charles Pathés realisiert. Pathé erfand daneben das 9,5-mm-Format für die ersten Amateurfilme.
</p><p>Beide Pathé-Firmen, <i>Pathé-Records</i> wie die ehemalige <i>Pathé Frères</i>, entwickelten sich zu einer dominierenden internationalen Größe in ihrer jeweiligen Geschäftssparte. Die Filmgesellschaft kann für sich den Ruhm beanspruchen, als weltweit erste die Filmproduktion industriell betrieben zu haben. Um 1910 war sie mit insgesamt 6.500 Angestellten, tätig in verschiedenen Ländern, der weltweit größte Betrieb der Filmbranche. In den USA übertraf Pathé vor dem <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> zeitweise mit seinen importierten Filmen die – noch im Aufbau befindliche – heimische Filmproduktion.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Nach_dem_Ersten_Weltkrieg">Nach dem Ersten Weltkrieg</h3></div>
<p>Der Erste Weltkrieg beeinträchtigte die Geschäftsentwicklung Pathés. 1926 war Charles Pathé zu einer Umstrukturierung seiner Unternehmen gezwungen, die auch den Verkauf der Rohfilmfabrik an <a href="Kodak" title="Kodak">Kodak</a> bedeutete.
</p><p>Im Jahr 1929 veräußerte Charles Pathé seine Geschäftsanteile und zog sich nach <a href="Monaco" title="Monaco">Monaco</a> zurück, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Das Unternehmen geriet in den Jahren danach in Schwierigkeiten und war 1939 bankrott. Die Nachfolgegesellschaft <i>Nouvelle Pathé-Cinéma S.A.</i> entstand im Jahr 1944 und knüpfte an die große Filmproduktionstradition an.
</p><p>Charles Pathé wurde in <a href="Vincennes" title="Vincennes">Vincennes</a> auf dem <i>Ancien Cimetière</i> (<i>Alter Friedhof</i>) beigesetzt.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/_/00/000002255">Charles Pathé</a>&nbsp;in: <i>Internationales Biographisches Archiv</i> 13/1958 vom 17. März 1958, im <a href="Munzinger-Archiv" title="Munzinger-Archiv">Munzinger-Archiv</a> (Artikelanfang frei abrufbar)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Film">Film</h2></div>
<ul><li><i>Charles Pathé &amp; Léon Gaumont. Die Kino-Väter.</i> (OT: <i>Charles Pathé et Léon Gaumont. Premiers géants du cinéma.</i>) Dokumentarfilm, Frankreich, 2015, 86:03 Min., Buch: Emmanuelle Nobécourt, Gaëlle Royer, Stéphane Audeguy, Regie: Emmanuelle Nobécourt und Gaëlle Royer, Produktion: Program33, Gaumont Pathé Archives, <a href="Arte" title="Arte">arte</a> France, Planète+, Erstsendung: 16. August 2016 bei arte, <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20160817074610/http://www.arte.tv/guide/de/059528-000-A/charles-pathe-leon-gaumont">Inhaltsangabe von arte,</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 17. August 2016 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), Besprechung: <sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Charles_Path%C3%A9?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Charles Pathé</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.imdb.com/name/nm0665572/">Charles Pathé</a> bei <a href="IMDb" title="IMDb">IMDb</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.super8site.com/amateurfilm/amateufilmer/teil_5.shtml">Ein Filmpionier</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.filmmuseum-hamburg.de/596.html">Das Pathé-Imperium.</a> In: Filmmuseum Hamburg</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.victorian-cinema.net/pathe.htm">Charles Morand Pathé</a> In: victorian-cinema.net (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://pathebaby.free.fr/biopathe.html">Charles Pathé 1863-1957</a> In: pathebaby.free.fr (französisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.britishpathe.com/">British Pathe mit Suchfunktionen</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Foto: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.knerger.de/html/pathechaunternehmer_11.html">Das Grab von Charles Pathé.</a> In: <i>knerger.de</i></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Tobias Sunderdiek: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/759202/als-frankreich-das-kino-erfand-grandiose-doku-1">„Charles Pathé &amp; Léon Gaumont“. Als Frankreich das Kino erfand: Grandiose Doku.</a></i> In: <i><a href="Neue_Osnabr%C3%BCcker_Zeitung" title="Neue Osnabrücker Zeitung">NOZ</a></i>, 16. August 2016.</span>
</li>
</ol>
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Normdaten&nbsp;(Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/129334537">129334537</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/no2001049321">no2001049321</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/66592449/">66592449</a></span> | </div>
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